Nicolas Confais

Nicolas Confais ist einer der jüngsten Künstler, die von Kunsthandel Anne Uhrlandt vertreten werden. Im Herbst 2016 schloss er sein Kunststudium an der Münchner Akademie ab. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Michael Munding sowie an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Matthias Wähner.

In seiner künstlerischen Arbeit geht es immer wieder um die spannende Frage, ob Material „lesbar“ ist, ob es dem Menschen also auch als „Projektionsfläche“ für Bedeutungsinhalte dient. Fasziniert von der Aussagekraft, die ein Gegenstand besitzen kann, greift der Künstler vor allem auf seine Sammlungen von Fundstücken aus Natur und Kultur zurück, die er dann zu Objekten oder Environments weiter verarbeitet.

Dieses vorausgehende Material-Sammeln ist für sein kreatives Schaffen von grundlegender Bedeutung: zuerst wird immer eine gewisse Menge an Material angehäuft. Aber nicht irgendwelches, denn dieses Anlegen von Sammlungen entspringt meist einem aktuellen Interesse des Künstlers. Obwohl je nach Projekt der Fokus auf unterschiedlichen Schwerpunkten ruht, geht es im Grunde immer um die Schnittstelle von Natur und Kultur. Genauer gesagt, um die Positionierung des Menschen in der Natur, um das beständige Hinterfragen des eigenen Weltverständnisses: Wo leben wir? Wie leben wir?

Seit 2015 hat Nicolas Confais mehrere Werkreihen realisiert, in denen das Überziehen von Objekten mit Epoxidharz ein wichtiger Vorgang ist. Das Zusammenfügen von Fundstücken zu einem neuen Ganzen, einer neuen Entität, soll – mit der oft ornamentalen Anordnung – den Blick des Betrachters zunächst auf die Form lenken. Erst dann, wenn das ursprüngliche Material erkannt wird, können sich dem Betrachter auch dessen kulturelle und ikonografische Bedeutungsinhalte erschließen.

Dieser „Zweite Blick“ ist der Knackpunkt, der Nicolas Confais sehr am Herzen liegt. Nun treten nämlich die einzelnen Bestandteile miteinander in Dialog. Ein Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur entsteht. Eine bestimmte Leserichtung ist dem Betrachter dabei aber nicht vorgegeben. Vom Künstler wurde keine „message“ formuliert. Der Betrachter selbst ist gefragt, diese „Geschichten in Form von Dingen“ zu entschlüsseln.